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  • Foto: Lulugraphie Luisa Sole

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Oktober 2017 | Interview: Marc Thiele

Hejo's Kultpalast

feiert 10-jähriges Bestehen

Den Namen „DJ Hejo“ haben die meisten wohl schon mal gehört, die markanten Flyer mit der Kassette wohl auch schon mal gesehen und viele waren sicher schon mal auf der einen oder anderen Kultpalast-Party - schließlich feiert diese nun ihr 10-jähriges Bestehen. Wir haben diese Gelegenheit mal für ein kleines Gespräch genutzt...

Du stehst ja schon recht lange an den Plattentellern. Wie bist Du eigentlich DJ geworden?

Mit 12 kauft e ich mir meine erste Schallplatte von den Beatles. Meine Liebe zu Musik und Vinyl war entfacht! Ein paar Jahre später kamen ein paar zarte Versuche aufzulegen, z. B. auf der 10er Abschlussfeier und im Baca. Der damalige Besitzer meinte zu mir, dass sei nichts für mich. Ein wenig enttäuscht verfolgte ich es nicht weiter. Ab 1995 kellnerte ich im Graefen & König. Während meiner Schicht legte ich meine Musik auf. Einigen Leuten gefiel es, so dass sie meine Stammgäste wurden. Eine Zeitlang organisierte ich dann auch die Partys im Graefen, was sich später noch als nützlich erwies.Dann, im Jahr 2002 schlug das Schicksal zu. Es war ein kalter Abend im November. Ich saß auf meiner Couch als gegen 22.30 das Telefon klingelte. Es war mein Freund Jan, damals Türsteher im Rossi. Er berichtete mir, dass der für den Abend vorgesehene DJ wegen eines technischen Ausfalls wütend den Club verlassen hatte. Eine halbe Stunde später sollte geöffnet werden. Er fragte, ob ich vorbeikommen und einspringen könne. Ich dachte, schlimmer als Scheiße kann es nicht werden und sagte ohne nachzudenken zu. Mit meinen CDs und der Unterstützung einer Bekannten die mir zufällig noch auf dem Hinweg begegnete beschallten wir gemeinsam mit wackligen Knien das Rossi. Das Fazit war eine sehr zufriedene Partymeute mit dem Feedback: „endlich mal andere Musik hier“. Mir hatte das so viel Spaß gemacht, dass an diesem Abend meine DJ Karriere vollkommen ungeplant begann. Im Rossi legte ich dann noch 10 Jahre auf.

Wie ist es zum Kultpalast gekommen?

Der erste Kultpalast war am 13.10.2007. Ein paar Monate vorher wurde ich gefragt, ob ich auf einer 10 Jahre Abifeier auflegen könne, die im damaligen Galerie Café Message stattfinden sollte. Zu der Zeit hörte ich immer wieder von Bekannten, dass sie sich in der Altstadt nicht mehr wohlfühlen würden. Sie sagten: „Mach Du doch mal was…“ Während der Abi-Feier im Galerie Café Message reifte in mir die Idee, dort einfach mal eine Veranstaltung für ein heimatlos gewordenes Partyvolk auszuprobieren. Nach einem Gespräch mit Ghani dem damaligen Inhaber des Message beschlossen wir dies zu versuchen. 10 Jahre später haben Inhaber und Name gewechselt aber der Kultpalast besteht immer noch...

Eine Partyreihe 10 Jahre lang am Leben zu halten ist eine Kunst. Was glaubst Du warum das beim Kultpalast so gut funktioniert?

Es ist eine Mischung aus vielen Dingen. Die positiven Erlebnisse und Eindrücke der Gäste sind sicherlich der wichtigste Faktor. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: „Ein besonderer Moment klaut dem Teufel ein Stück aus der Ewigkeit“. Ich glaube wir hatten in den vergangenen 10 Jahren viele tolle Partys mit vielen besonderen Momenten und Stimmungshighlights. Glück und viel Arbeit spielen ebenfalls eine große Rolle. Zu Beginn habe ich wirklich allen potentiellen Gästen immer und überall Flyer in die Hand gedrückt und für die Party geworben. Der persönliche Kontakt zu den Gästen ist mir wichtig, ansprechbar sein und bei aller Selbstverwirklichung Impulse von außen aufzunehmen. Mir ist wichtig, dass die Gäste sich wohlfühlen und den Club als ein Stück Zuhause zu empfinden. Die Gäste freuen sich über Rituale, wenn es z. B. im heißen Messajero Wassereis für alle gibt oder die Gewinnspiele. Highlights waren gemeinsame Events außerhalb der Veranstaltungen, wie Picknicks, Minigolfturniere, gemeinsame Kino- oder Konzertbesuche. Mit dem Kultpalast ist es auch ein bisschen wie mit einem kleinen gallischen Dorf. Wir entziehen uns musikalisch dem Zeitgeist, Trends und Mode. Dadurch dürften wir eigentlich gar nicht stattfinden, tun es aber trotzdem gerade deswegen. Die Musik ist eine sehr tanzbare Mischung aus viel Rock und anderen Genres wie z. B. Soul, Ska. Sie ist unser Wiedererkennungswert und schlägt einen Bogen über 6 Jahrzehnte bis heute und fällt auch damit aus der Zeit. Ich probiere auch gerne immer mal etwas Neues aus. Wie das Rock‘n‘Roll Lagerfeuer bei der Jubiläumsparty. Ich werde mit Martin Dittert bei einem Mitsingspektakel von 22.00 - 23.30 Uhr Klassiker aus den 10 Jahren gemeinsam mit dem Publikum singen. Ich bin sehr nervös, das wird ein Riesenspaß. Kommt alle vorbei!

Welche „Partypeople“ kommen eigentlich zum Kultpalast?

Wir haben ein sehr entspanntes und angenehmes Publikum. Ein Vorteil vom Messajero ist der Standort. Wir haben keine Laufkundschaft , die Leute die zu uns kommen tun dies ganz bewusst. Der Altersdurchschnitt ist deutlich über dem der Altstadt, was auch gewollt ist und liegt zwischen Mitte 20 und Ende 40. Die Leute sind generell sehr offen und kommunikationsfreudig. Zu uns kommen Leute natürlich auch um Freunde und Gleichgesinnte zu treffen, die wie sie Musik mögen die nicht dem Clubeinerlei entspricht.

Deine Partys finden meistens im Messajero statt. Gibt es einen besonderen Grund, warum gerade da?

Ich habe dort meine ersten eigenen Partys veranstaltet, was mich sehr mit dem Messajero verbindet. Diese Veranstaltung wird in Mönchengladbach mit dem Messajero identifiziert. Die Location ist durch ihre Lage und räumlichen Möglichkeiten prädestiniert für gute Partys. Der Inhaber Gregor Herzog ist immer offen für neue Ideen.

Du stehst ja nicht immer alleine an den Plattentellern. Mit welchen Kollegen arbeitest Du denn noch so zusammen und bei welchen Partys?

Regelmäßig ist die „Smells like 90’s“ mit DJ Marcus Ludwig. DJ Luca ist Gast DJ beim Kultpalast und bei der Reeperbahnparty. Außerdem gab es langjährige Zusammenarbeit mit Thomas Dohr und DJ James Braun. Bei der Veranstaltung „DJ’s ohne Grenzen für Ärzte ohne Grenzen“ waren neben mir und den o.g. DJ Marwin, DJ Vince Wega, DJ Barilla Funk am Start.

Gibt es noch irgendwelche Partys, die Du unserer Leserschaft für die nächsten Monate empfehlen möchtest?

Bevor ich das tue mal möchte ich mich bei allen bedanken die dazu beigetragen haben, dass die Veranstaltung dieses Jubiläum feiern darf. Vor allem Ghani, dem Inhaber Gregor Herzog, unserer guten Seele Micha, DJ Luca und dem Messajero Team. Außerdem möchte ich mich bei allen Gästen bedanken und ganz besonders den Stammgästen, die einem das Gefühl geben Zuhause zu sein. Im November gibt es am 11.11. noch einen Kultpalast. Am 25.11. feiern wir mit Smells like 90’s unser fünfjähriges Jubiläum. Außerdem wird es auch mal wieder eine Reeperbahnparty geben.