Bierhorizont

HINDENBURGER Gastronomie Serie

Foto: Kefenbaum

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April 2018 | Anzeige

April, April

Bierhorizont

Die meisten Menschen, die ich kenne, behaupten, sie würden blind ein alkoholfreies Bier von einem normalen Bier unterscheiden können. Bei einem Streich aus meiner Jugend haben wir einem Freund alkoholfreies Bier untergejubelt. Nicht nur, dass er den Unterschied nicht bemerkte, er war später sogar genauso beschwipst wie wir auch. Erstaunlich, wie subjektives Empfinden der Objektivität einen Streich spielen kann.

Heute erfreut sich alkoholfreies Bier großer Beliebtheit und verzeichnet Zuwächse im zweistelligen Bereich. Die verschärften Verkehrs- und Verbrauchergesetze und das Streben nach noch mehr Genuss und gesünderem Leben sind verantwortlich für diese Entwicklung.

Bei der Herstellung werden zwei Verfahren unterschieden:
Die erste Variante besteht darin, fertigem Bier den Alkohol zu entziehen, das ist nicht bloß aufwändig und erfordert teure Technik, die sich kleine Brauereien nicht leisten können, mit dem Alkohol verliert das Bier außerdem entscheidende Geschmacksträger und schmeckt eher dünn.
Die zweite Methode heißt gestoppte Gärung. Dabei wird die Würze, wie beim normalen Bier auch, mit Hefe angestellt und angegoren. Dieser Prozess wird nach kurzer Zeit unterbrochen. Somit verbleibt eine hohe Restsüsse.
Ein Craft -Beer-Brauer aus Hamburg bedient sich einer alternativen Variante. Oliver Wesseloh (Biersommelierweltmeister), Macher der Kehrwiederbrauerei nutzt gärschwache Hefen, die nur den Einfachzucker (Glukose) und nicht den komplexen Malzzucker (Maltose) im Alkohol verstoff wechseln können. Dabei entstand ein geniales alkoholfreies IPA Namens „ü.N.N.“.

Neben diesem empfehlenswerten Bier gibt es zahlreiche andere alkoholfreie Sorten, die nur darauf warten, verkostet zu werden. Schmecken Sie immer den Unterschied? In jedem Fall ein verzeihlicher Aprilscherz. Viel Spaß und ...

… zum Wohle

Ihr Karsten Kefenbaum