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Foto: DormaGin

Foto: DormaGin

Juni 2019

DormaGin - London dry Gin

Hindenburger Tasting

Auch aus Dormagen kommt nun ein Gin, wie ich ebenfalls auf dem Rhein Gin Festival Anfang Mai in Neuss entdecken durfte. Der „DormaGIN“, ein London Dry Gin mit 41,5% Vol. - übrigens eine Hommage an die Heimatstadt Dormagen, deren Postleitzahlbereich mit 415 anfängt. Soviel zum Lokalkolorit, denn hergestellt wird der von den gebürtigen Dormagenern Christian Schillings und Daniel Reuter entwickelte Gin in Handarbeit in einer Destillerie im benachbarten Köln. Aber nun zum Tasting…

DormaGIN - London dry Gin

Der ebenfalls von vielen Interessierten umlagerte Stand des DormaGin bildete den Abschluss meines Besuches am ersten Tag des Rhein Gin Festivals in Neuss. Neben dem hier vorgestellten Gin hatte das junge Team außerdem noch einen sehr leckeren Sloe Gin sowie einen Eierlikör im Angebot. Eine interessante Kombination.

Aber zum DormaGIN. Bevor das klare Destillat in mein Tastingglas gefüllt wurde, erzählte man mir erst einmal etwas zur Geschichte des Gins, der Philosophie hinter dem Produkt und den nicht geheimen Botanicals. Beim Stichwort Bergamotte war ich kurzfristig erst einmal skeptisch, aber nur, weil ich Bergamotte bisher ausschließlich als stark riechenden Bestandteil diverser Duftstoffe und vom Earl-Grey-Tee her kannte.

Das Nosing

Als es dann soweit war und meine Nase den ersten Kontakt mit dem Destillat hatte, war das Aroma der Bergamotte-Zitrone auch unverkennbar und sofort präsent. Gott sei Dank aber nicht in dem von mir erwarteten Maß, sondern deutlich zurückhaltender und sehr gut begleitet vom eindeutigen Geruch von Wacholder. Keines der beiden Botanicals war wirklich dominant, sondern sie ergänzten sich schon in der Nase nahezu perfekt.

Das Tasting

Der erste Kontakt mit der Zunge erwies sich als äußerst angenehm. Keine Spur von Schärfe, kein Brand auf der Zunge. Im Gegenteil. Der DormaGIN erwies sich als sehr weich, mit einer fast schon angenehmen, leicht öligen Konsistenz. Dafür dominieren die Zitrusaromen deutlich. Kein Wunder, sind doch Bergamotte und Zitrusschalen zwei der insgesamt sechs Botanicals. Beim zweiten Schluck tritt dann aber auch wieder der Wacholder hervor und erklärt die gute Ausgewogenheit dieses London Dry Gins.

DormaGIN auf Eis Dass Eis den Geschmack eines Gins maßgeblich verändern kann, ist ja eine Tatsache, aber auch hier bleibt der DormaGIN seiner Linie treu. Die bestehende Balance zwischen Zitrus und Wacholder bleibt zur Gänze bestehen, ebenso wie die Sanftheit im Abgang.

Im Zusammenspiel mit Tonic

Auf Grund seiner Botanicals und der doch deutlichen Zitrusnoten sollten meiner Meinung nach nur klassische und dry Tonic Water mit dem DormaGIN kombiniert werden. Die Hersteller empfehlen das klassische Thomas Henry Tonic Water, das problemlos im lokalen Einzelhandel erhältlich ist. Einer Empfehlung, der ich mich anschließe und die ich noch um Goldberg Tonic Water und Schweppes Indian Tonic Water erweitern möchte. Das Fever Tree Indian Tonic Water ist mir persönlich zu dominant und beim falschen Mischungsverhältnis könnte der Gin & Tonic schnell kippen.

Da war doch noch was...

... richtig - der DormaGIN Sloe Gin - mit 26,3% Vol.

ist er eigentlich ein Likör, aber das sieht bei Sloe Gins niemand so eng. Auch hiervon wurde eine Flasche mit nach Hause genommen und da hier der Platz für eine weitere Rezension fehlt, nur soviel - die Lebenszeit der Flasche betrug knapp ein Wochenende und förderte viele „Aahs“, „Oohs“ und glückliche Blicke zu Tage. Definitiv ein Qualitätsmerkmal. Getestet und für sehr lecker befunden.

Ein wenig Hintergrundwissen

Die Basis des DormaGINs ist 5-fach destillierter Getreidealkohol, was wohl zu seiner Milde stark beiträgt. Neben Wacholder sind Bergamotte, Ingwer und Zitronenschalen die bekannten Botanicals. Die Weiteren werden geheimgehalten.

Entwickelt wurde das Grundrezept übrigens bei einem Gin-Workshop auf einer Kreuzfahrt, irgendwo zwischen der Dominikanischen Republik und Kolumbien. Zuhause angekommen wurde es zur heute in Köln gebrannten Rezeptur weiterentwickelt. Am Markt ist der DormaGIN nun seit November 2018.