Magazin

Trends, Tipps und News aus der Gastro-Szene

Foto: © Gin27

Foto: © Gin27

Oktober 2019

Gin 27

Hindenburger Tasting

In dieser Ausgabe begeben wir uns auf unserer Gin-Tour in die Schweiz, genauer gesagt nach Appenzell. Dort wird der Gin 27 - Premium Appenzell Dry Gin produziert, der es in Mönchengladbach sogar schon bis ins Mokka geschafft hat und sich dort einiger Beliebtheit erfreute. Aber auch bei wichtigen Spirituosenwettbewerben, wie der International Wine & Spirits Competition (Bronze 2017) oder dem World Spirit Award (Silber 2018), konnte der Schweizer Gin punkten.

Premium Appenzell Dry Gin

Die Nummer 27 im Namen dieses Schweizer Gins deutet nicht etwa auf die Anzahl der verwendeten Botanicals hin, sondern ist ganz lapidar die Hausnummer des Firmensitzes der Produzenten. Bei den Botanicals setzt das Produkt der Appenzeller Alpenbitter AG auf elf Zutaten. Diese sind neben Wacholder, Koriander, süsse Orangenschalen, Piment, Zimt, Muskat, Angelikawurzel, Cardamon, Süssholz, Veilchenwurzel, Zitronenschalen. Das Ergbnis ist ein Gin, der sensorisch auf ganzer Linie überzeugen kann.

Das Nosing

Nach dem Öffnen der Flasche kommen zuerst einmal kräutrige Noten gefolgt von Zimt in die Nase, etwas unerwartet aber sehr angenehm. Dann aber folgt der Wacholder doch noch in seiner Gesamtheit und dominiert für kurze Zeit, nur um kurz darauf etwas Platz für leichte Zitrusnoten zu machen. Das Ganze vermischt sich nach kurzer Zeit im Geruch zu einem komplexen und abgerundeten, sehr angenehmen Gesamtbild, das sehr neugierig auf den Geschmack macht.

Das Tasting

Kaum berührt der Gin die Zungenspitze, breitet sich - auch wieder unerwartet - eine angenehme kräutrige Würze aus. Anstatt Wacholder ist es wohl die Mischung aus Zimt, Muskat und eventuell Piment, die hier zuerst auffällt, bevor dann doch auch hier der Wacholder die Oberhand gewinnt. Schließlich kommen auch die Zitrusaromen zum Tragen und eine gewisse Süße, die wahrscheinlich ihren Ursprung in der Lakritze in Kombination mit den Orangenschalen hat. Das ganze erinnert ein wenig an die süßen Aromen, die man mit Weihnachten verbindet. Zum Abschluss bildet sich eine nicht unangenehme Bitterkeit, gepaart mit etwas Schärfe. Auch der Alkohol, der ja immerhin mit 43% Vol. daher kommt, ist sanft, was für die Verwendung eines guten Destillats spricht. Im Abgang weiß der Gin 27 mit einer Mischung aus Fruchtigkeit gepaart mit einer kräutrigen Note und etwas Bitterkeit zu überzeugen.

Zusammenspiel mit Tonic

Der Gin 27 passt zu vielen Tonics, und jedes betont eine andere Seite des Premium Appenzell Dry Gin – eine Erfahrung, die ich bisher nur bei wenigen Gins machen durfte. Damit ist der Gin 27 eine ideale Spirituose für abwechslungsreiche Gin und Tonics. Möchte man einen eher würzigen G+T, nimmt man z.B. das Fever Tree Mediterranean als Begleiter, sollen die bitteren Noten im Vordergrund stehen, wäre z.B. das Tonic von Thomas Henry oder ein anderes Indian Tonic die beste Wahl. Interessant wird es, wenn man z.B. das Schweppes Dry Tonic oder das Goldberg Tonic als Begleiter des Gin 27 nimmt. Hier ändert sich das Aroma des G+T komplett, und die im Tasting angesprochenen weihnachtlichen und kräutrigen Noten übernehmen die Führung – ungewohnt, aber sehr interessant.

Fazit:

Mit dem Gin 27 hat die Appenzeller Alpenbitter AG, die sonst für Kräuterspirituosen bekannt ist, einen hervorragenden Gin auf den Markt gebracht, der durch eine große Bandbreite von Aromen und gepaart mit Tonic eine ungewohnt große Vielfalt an geschmacklichen Möglichkeiten für Gin und Tonics bietet. Wegen des Zusammenspiels der Kräuter mit den an Weihnachten erinnernden Aromen könnte ich mir den Gin 27 auch als Bestandteil eines winterlichen Punschs vorstellen. Leider habe ich dazu kein passendes Rezept parat, aber für eine Vielzahl von Cocktails gibt es auf der Webseite unter www.gin27.ch ein Rezeptbuch. Von den dort aufgeführten Rezepten hat mich persönlich der Salina begeistert:

Gin 27 Salina

4cl Gin 27
1cl Mandelsirup
1 cl Marascino
2cl frisch gepresster Zitronensaft
1/2 Orange

Alles zusammen in einen Shaker, dann auf Eis in einen Tumbler abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.