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  • Klein, aber fein, die Bühne des Krypti. Foto: © Markus Hoppen

    Klein, aber fein, die Bühne des Krypti. Foto: © Markus Hoppen

  • Erfüllt sich einen Jugendtraum mit dem Krypti: Inhaber Christos Koutroulis. Foto: © Markus Hoppen

    Erfüllt sich einen Jugendtraum mit dem Krypti: Inhaber Christos Koutroulis. Foto: © Markus Hoppen

  • Zur Eröffnung spielte die Stanley Beamish Blues Band. Foto: © Markus Hoppen

    Zur Eröffnung spielte die Stanley Beamish Blues Band. Foto: © Markus Hoppen

November 2019

Krypti - Was lange währt wird endlich gut

Eine der für uns schönsten Locations der Stadt hat nun nach langer Pause wieder ihre Tore geöffnet. Mit dem „Krypti“ am Schillerplatz hat sich Besitzer Christos Koutroulis einen Jugendtraum erfüllt und bietet seit dem 25.10.2019 wieder eine Bühne für Livemusik, Lesungen und kulturelle Unterhaltung unterschiedlichster Couleur. Seine „heimliche“ Leidenschaft für den Jazz ließ sich in der Vergangenheit an Konzerten erkennen und die „Lesershow“, der regelmäßig stattfindende Poetry Slam der Lesebühne Mönchengladbach, hat hier auch ihre neue Heimat gefunden. Wir hatten die Gelegenheit, Christos kurz vor der Wiedereröffnung seines Lieblingskellers zu treffen und ihm einige Fragen zu stellen:

HINDENBURGER: Hallo Christos, schön, dass Du Zeit für uns hast. Du bist ja gerade erst aus Griechenland zurück, wo Du mit Deiner Familie den Sommer verbracht hast und schon am Freitag öffnet das Krypti wieder seine Tore, richtig?

Richtig, ich freue mich auch sehr, wieder hier zu sein. Die Zeit in Griechenland war richtig schön, aber mittlerweile fehlt mir was, ich brauch jetzt wieder ein bisschen Action (lacht).

HINDENBURGER: Das Krypti gibt es schon über 1 Jahr, wie zufrieden bist Du mit der Akzeptanz des für Mönchengladbach ja doch etwas ungewöhnlichen Konzepts eines Jazzkellers?

Sehr zufrieden, ich bekomme überwiegend positives Feedback. Die Gäste nehmen das Konzept sehr gut an, die Konzerte waren immer gut besucht. Man sieht, dass Jazz in Mönchengladbach auch gefragt ist und gerne angenommen wird.

HINDENBURGER: Was bedeutet der Name Krypti? Wie ist Deine Verbindung dazu?

Also erst mal ist es ja ein (alt-)griechisches Wort, damit ist die Verbindung schon mal klar (grinst). „Krypti“ hat mehrere Bedeutungen, so z.B. Keller oder Untergrund.

HINDENBURGER: Gibst Du uns einen Ausblick darauf, was Deine Gäste hier erwarten dürfen?

Ich hoffe, zu allererst natürlich gemütliche und nette Abende. Wir bieten hier nach wie vor Getränke verschiedenster Art an – Weine, Biere, Kaffeespezialitäten. Musikmäßig werden wir ein wenig variieren. Nicht nur Jazz. Wenn wir „normale“ Abende haben, passen wir die Musik der Stimmung an und dann haben wir natürlich die Jazz- und Blueskonzerte sowie die Lesershow. Ich würde gerne auch was mit Comedy reinnehmen, da bin ich gerade mit jemandem dran, dass wir eventuell so was machen. Hier planen und überlegen wir aber noch.

HINDENBURGER: Ist das jemand, den man kennt?

Ja! Die Mönchengladbacher werden denjenigen mit Sicherheit kennen, ich möchte aber noch nicht zu viel verraten, weil die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. Es wird jedenfalls eine schöne Überraschung!

HINDENBURGER: Ok, es wird also nicht nur hauptsächlich Jazz laufen. Was ist überhaupt Deine Lieblingsplatte? Und warum?

(lacht) … ja, jetzt hast du mich erwischt. Echt. Weil es eigentlich so viele Platten sind. Also, meine Lieblingsplatte, muss ich ganz ehrlich sagen, ist die Cash (deutet hinter die Theke)! Aus 2 Gründen: weil die super ist und ich die von meinen Kindern zur Eröffnung geschenkt bekommen habe (Anm. d. Red.: es handelt sich um die Vinyl der American Recordings IV). Das hat jetzt natürlich nicht viel mit Jazz zu tun. Aber die Platte bedeutet mir einfach sehr viel. Und dann beim Jazz die John Coltrane – Blue Train. Die begleitet mich schon seit meiner Jugend und die höre ich heute noch unheimlich gerne.

HINDENBURGER: Wird das Krypti auch zum Sommer hin geöffnet haben? Planst Du Außengastro, um dem Schillerplatz noch etwas mehr Leben einzuhauchen?

Der Gedanke ist natürlich da, man muss aber schauen, wie sich die weitere Gastronomie hier entwickelt und aufstellt.

HINDENBURGER: Falls die Entscheidung gegen die Außengastro fällt, planst Du trotzdem, das Krypti geöffnet zu lassen oder wirst Du dann schließen?

Da es im Sommer sehr schwierig sein wird, Gäste in den Keller zu bewegen – ich sitze ja auch lieber draußen, wenn das Wetter schön ist -, werden wir sporadisch zu Konzerten, Veranstaltungen und besonderen Anlässen geöffnet haben. Das wird sich dann zeigen, wenn wir wissen, wie es um die Außengastro bestellt sein wird.

HINDENBURGER: In dem Zuge: wieso Schillerplatz – klar, Ihr wohnt hier im Viertel, aber was gefällt Dir hier am besten? Und was am wenigsten?

Das hat damit zu tun, dass ich hier seit 36 Jahren lebe. Ich habe natürlich eine ganz andere Beziehung zum Platz als vielleicht andere Leute. Weil ich hier auch ganz schlechte Zeiten erlebt habe, also ganz übelst, und wir sind trotzdem hier geblieben. Wir haben nie daran gedacht, umzuziehen. Und natürlich ist der Umschwung der letzten Jahre sehr positiv zu sehen, dass viel gemacht wird, auch sehr gut gemacht wird, wie ich finde. Hier wohnen viele nette Leute und es freut mich, dass ich jetzt miterleben darf, wie es hier weiter aufblüht und ich es auch mitgestalten kann.

Was mir am Schillerplatz nicht gefällt, sind die Absperrungen bzw. Plastikpöller. Dass das nicht anders geregelt werden kann, ist schon schade. Vor allen Dingen so lange. Das sieht einfach nicht aus.

HINDENBURGER: Wird hier eigentlich Fußball laufen, zeigst Du die Spiele?

Ich möchte hier niemandem ins Gehege kommen. Ich zeige natürlich Fußball, sofern die Spiele im Free-TV übertragen werden. Ich kann den Leuten ja schlecht sagen „Ich mach den Fernseher nicht an!“. SKY Bundesliga wird hier aber nicht laufen. Da gibt es genug Alternativen.

HINDENBURGER: Wofür es im Moment keine Alternative am Platz gibt, ist Deine kleine, aber feine Ginauswahl.

Ja, und ich plane auch, demnächst ausgewählte Cocktails anzubieten. Nicht im großen, aber ausgesuchten Stil. Anders ist das mit der relativ kleinen Theke ja auch nicht machbar.

HINDENBURGER: Du hast erzählt, dass Ihr auch Kleinigkeiten zu essen anbieten wollt?

Ja, genau. Jetzt in der Anfangszeit werden wir Suppen und Eintöpfe anbieten und dann schauen wir mal, ob wir da zusätzlich was mit reinnehmen. Ob das was Kaltes ist oder was Warmes, wird sich dann zeigen.

HINDENBURGER: Gibt es etwas, was Du noch erzählen oder ankündigen möchtest?

Nein, außer dass ich mich wahnsinnig auf Freitag und die kommende Herbst-/Winterzeit freue. Das fehlte mir total.

HINDENBURGER: Dann bleibt uns nur, uns zu bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Du hast hier ja noch genug vorzubereiten.