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Foto: Satoshi Gin

Foto: Satoshi Gin

Juni 2019

Satoshi Gin - London dry Gin

Hindenburger Tasting

Anfang Mai war wieder einmal die Gelegenheit, in der Region eine Vielzahl von Gins zu verkosten. Die zweite Auflage des Rhein Gin Festivals Anfang Mai versammelte erneut eine Vielzahl von Anbietern und Produzenten mit einer noch größeren Anzahl an Destillaten im Neusser Zeughaus. Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt und wieder einige spannende, neue Gins für Sie probiert und unsere Serie rund um das Thema Gin wieder aufgenommen. Cheers!

Satoshi Gin - London dry Gin

Schon vom Weitem konnte man im Gewusel des Neusser Ginfestivals erkennen, dass am Stand von Satoshi Spirits zwei wirklich sehr engagierte und begeisterte Herren ihr Produkt präsentierten. Es wurde viel gelacht, Köpfe wurden genickt, es wurde an Tastinggläsern genippt und gefachsimpelt. Das musste ich einfach auch probieren. Eine sehr gute Idee, wie sich herausstellte.

Die weiße Keramik-Apothekerflasche mit schwarz-blauen Grafiken (u.a. eine Destille) wurde ihres Naturkorkens entledigt und das klare Destillat vorsichtig in mein Tastingglas gegossen. Währenddessen erzählte man mir etwas zum Produkt, dessen Herstellung, den Botanicals etc. - wie es eben auf Messen üblich ist, aber ich war schon vollends damit beschäftigt, mir mein eigenes Bild zu machen, denn schlussendlich kommt es immer auf den Geschmack an und zumindest meinen traf der Satoshi London Dry Gin sofort.

Das Nosing

Als erstes strömte ein unglaublicher Duft nach Blutorangen aus dem Glas in meine Nase. Ein so intensives Blutorangenaroma hatte ich zuvor bei noch keinem Gin erlebt, und es ist zu Beginn so dominant, dass es schwierig ist, weitere Botanicals im Nosing zu identifizieren. Aber mit etwas Zeit erkenne ich doch noch eine leichte Wacholdernote und wohl auch Koriander.

Das Tasting

Natürlich habe ich den Satoshi London Dry Gin zuerst pur, also ohne Eis und ohne Tonic, verkostet. Die plötzliche Schärfe in Kombinantion mit der Blutorange überraschte mich zuerst, aber als mein Mund die Auswirkungen des ebenfalls als Botanical zum Einsatz kommenden Madagaskar-Urwaldpfeffers überwunden hatte, entwickelte sich ein unglaublich rundes Geschmacksprofil auf der Zunge, das auf der einen Seite scharf oder besser würzig war, dann aber - wohl durch die Süße der Blutorange - wiederum in eine angenehme Sanftheit umschlug, die auch weitere Aromen hervorbrachte. Koriander war ebenso wie eine leichte Zitrusnote zu erkennen. Ein Hauch Lavendel brachte eine minimale, florale Note ins Spiel. Muskat und Minze meine ich auch ganz leicht bemerkt zu haben.

Zeit für Eis

Wenn man Eis mit einem puren Gin zusammenbringt, erwartet einen meistens eine Überraschung. So auch in diesem Fall. Die Schärfe des Urwaldpfeffers reduziert sich, wogegen der Wacholder ein wenig mehr aus dem Schatten der Blutorange tritt. Die tolle Balance des Destillats verliert dabei jedoch in keiner Weise, es wird nur weicher im Abgang.

Zu guter Letzt - Gin & Tonic

Wie üblich habe ich erst einmal einige Standardtonics, die problemlos im lokalen Handel erhältlich sind, in Kombination mit dem Satoshi Gin - London Dry Gin getestet. Am besten passten hier für mich überraschender Weise das Goldberg Tonic Water sowie das Schweppes Dry Tonic Water. Die ideale Kombination ergab sich nach meiner Meinung aber tatsächlich mit dem von den Herstellern empfohlenen Aqua Monaco Tonic Water. Es unterstützt die Aromen des Gins perfekt und bringt einige noch ein wenig mehr nach vorne. Aber wie immer bei Gin & Tonic - aufs Mischungsverhältnis achten!

Ein wenig Hintergrundwissen

Der Satoshi London Dry Gin ist nach Satoshi Nakamoto benannt, einem Pseudonym, hinter dem sich der Erfinder der Cyberwährung Bitcoin versteckt. Seine Präzision und revolutionäre Herangehensweise sind das Leitmotiv der Entwickler des Satoshi Gins. Besonders wichtig ist den Produzenten, dass sie selber destillieren und so die komplette Herstellung in der Hand haben. Auch Konzept und Flaschendesign wurden intern entwickelt. Selbst die Blutorangen kommen von einer eigenen kleinen Plantage am Fuß des Ätnas, die regelmäßig persönlich besucht wird. Herzblut, das man tatsächlich schmeckt.